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Wenn kleine Kinder große Geschwister werden. Oder: „Wie sag ich‘s meinem Kind?“

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Jedes Neugeborene, das die Welt erblickt, ist ein kleines Wunder. Jede Geburt gleichsam ein freudiges und einmaliges Ereignis, dem etwas Zauberhaftes innewohnt. Und das an Zauber niemals verliert, egal, wie oft man es erleben darf.

Was folgende Schwangerschaften jedoch von der ersten unterscheidet? Es sind nicht mehr nur zwei Menschen, deren Rolle sich dank des neuen Babys verändert. Beim ersten Kind wird ein Paar zu Eltern. Ab dem zweiten Kind werden jedoch auch Kinder zu großen Geschwistern. Und das kann bei diesen im Vorfeld viel Freude, aber auch Unsicherheit bedeuten oder gar Ängste auslösen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, Kinder vom wachsenden Geschwisterchen im Bauch zu erzählen? Wie findet man die richtigen Worte? Was sollte man unbedingt vermeiden? Und was ist generell nie verkehrt?

1. Wann ist der richtige Zeitpunkt, Kinder vom wachsenden Geschwisterchen im Bauch zu erzählen?

Die Faustregel sollte lauten: Je jünger das große, werdende Geschwisterkind, desto später sollte es vom Baby erfahren. Oder aber auch: Eine guter Zeitpunkt ist, wenn es für das Kind etwas Altersgerechtes zu sehen gibt.

Das kann beim Grundschulkind bereits ein schönes Ultraschallbild vor der 20. Schwangerschaftswoche sein, auf dem man Babys Gesichtsprofil deutlich erkennt. Bei Kindern im Kleinkindalter wartet man hingegen besser, bis der Bauch sich deutlich rundet oder das Baby zu spüren ist. Alles andere ist für kleine Kinder zu abstrakt.

Besonders dazwischen, im Kindergartenalter, gilt es, einen guten Kompromiss zwischen „zu früh“ und „zu spät“ zu finden. Denn auch in diesem Alter ist die Dauer einer für ein Kind noch nicht zu überblicken. Darum wartet man vielleicht einerseits gerne mit der frohen Botschaft. Wichtig ist andererseits jedoch, dass Mama und Papa selbst vom Geschwisterchen erzählen – und nicht andere Eltern, Kinder oder Erzieherinnen. Zu lange sollte man daher auch nicht warten, um nicht Gefahr zu laufen, dass das Kind auf Umwegen von der erfährt.

Gut ist in jedem Alter, viel über das neue Baby zu sprechen, sobald das große Kind von ihm weiß. Und dass es normal und kein Grund zur Sorge ist, wenn Mama deswegen mal übel ist. Oder dass sie mehr Schlaf benötigt als sonst. Vielleicht werden Sie überrascht sein, wie viel Ihr Kind doch schon versteht und wie rührend es sich in Rücksichtnahme übt!

2.) Wie findet man die richtigen Worte?

Wie und wie viel man dem Kind vom Geschwisterchen erzählen möchte, das ist sicherlich eine Sache des Bauchgefühls. Wichtig ist jedoch, realistisch zu bleiben, auch wenn man möchte, dass das neue Baby dem älteren Kind gleich sympathisch ist.

Malt sich das Kindergartenkind umgehend in bunten Farben aus, wie toll das wird mit einem Bruder oder einer Schwester? Weil es Freunde hat, die es um seine älteren oder auch nur wenig jüngeren beneidet? Dann sollte man Erwartungen vorsichtig korrigieren. Denn natürlich kann man mit Geschwistern nachmittags spielen und abends unter der Decke flüstern. Man kann mit ihnen Geheimnisse teilen und zusammen durch dick und dünn gehen. Aber bis dahin dauert es eben noch ein paar Jährchen.

Bevor das Ungeborene zum Spielkameraden wird, wird indes viel Zeit ins Land ziehen. Zeit, in der so ein Geschwisterchen auch mal so richtig nerven kann. Es schreit, es will ständig etwas – und Mama und Papa reißen sich trotzdem ein Bein für es aus! Das muss man dem werdenden Geschwisterkind vorab so natürlich nicht prophezeien. Aber ebenso sollte man ihm keine Hoffnung machen, dass es quasi ab Geburt den tollsten Spielgefährten der Welt haben wird.

Wenn die richtigen Worte fehlen: Kinderbücher springen ein.

Wie kommt das Baby in den Bauch? Was macht es darin? Und wie kommt es da wieder raus? Kinderfragen kennen da keine Scheu. Und wie stets dabei um die elterliche Souveränität bei so offenen Fragen? Die schmilzt womöglich wie ein Schneemann in der Sonne. Und das, obwohl man eigentlich gewohnt ist, auf jede Frage eine Antwort und für jedes Problem eine Lösung zu finden.

Wie offen und ehrlich soll man da sein? Welche Details tun im Alter des Kindes noch nichts zur Sache, sodass man sie getrost weglassen kann? Wie kann man alles kindgerecht und „blumig“ erklären, ohne an den Tatsachen zu rütteln? Die Antwort auf alle Fragen lautet: Altersgerechte Lektüre! Es gibt so viele Sachbücher und Geschichten für Kinder jeden Alters. Da finden Sie garantiert das Passende für sich in der Buchhandlung, mit dessen Inhalt sie konform gehen.

3.) Was sollte man unbedingt vermeiden?

Kurz und gut: Niemals sollte man bei kleinen Kindern unbewusst Ängste schüren.
Mit Sätzen wie „Mama und Papa haben dich noch genauso lieb, wenn das Baby da ist!“ erweist man dem Kind einen Bärendienst. Gut gemeint und unbedacht mag so eine Äußerung fallen. Doch das Kind denkt sich oder spürt das ungute Gefühl aufsteigen „Hoppla, könnte das etwa auch nicht der Fall sein? Könnten Mama und Papa das neue Baby besser finden als mich?“

4.) Und was ist nie verkehrt?

a.) Positiv zu denken!

Es ist immer gut, sich im Vorfeld nicht zu viele Gedanken über alle (negativen) Eventualitäten zu machen. Unzählige Kinder haben schließlich Geschwister und möchten diese nicht missen, selbst wenn mal die Fetzen fliegen. Sehen Sie daher erst mal nur das Schöne an der Sache! Sich über etwaige Probleme den Kopf zerbrechen kann man schließlich immer noch, wenn es soweit ist. Freuen Sie sich stattdessen gemeinsam aufs Baby!

b.) Das große Kind in alle Babyvorbereitungen einzubeziehen!

Lassen Sie Ihr „großes“ Kind bei allem, was dazugehört, teilhaben. Zum Beispiel bei den ganz praktischen Vorbereitungen auf den neuen winzigen Nachwuchs. Nehmen Sie es mit zum Einkaufen, wenn Babyshopping auf dem Kalender steht. Lassen Sie es auch etwas fürs Baby aussuchen. Das mag langwieriger und anstrengender sein als allein unterwegs zu sein. Aber es ist ein tolles Gefühl fürs Kind, als „Großer“ in der Familie wahrgenommen zu werden.

c.) Babys nahende Ankunft dem Geschwisterkind im wahrsten Sinne „be-greif-bar“ zu machen!

Wird dem großen Kind das Warten aufs Baby lang? Dann freut es sich sicherlich über handfeste Veränderungen, die zeigen, dass es nicht mehr lange dauert bis zur Geburt. Das kann die Umgestaltung vom Arbeitszimmer ins zweite Kinderzimmer sein. Das Aufstellen der Wiege. Oder aber gemeinsame Packen einer großen Tasche für die Übernachtung bei den Großeltern. Für den spannenden Augenblick nämlich, wenn Mama und Papa sich (endlich!) auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Bildquelle: © bigstock.com/ redzigzag.com

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