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Zwillinge: Doppelte Freude! Doppelte Kosten?

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Die Diagnose wirft sicher alle werdenden Eltern für mindestens einen kurzen Moment aus der Bahn. Da hatte man just den positiven Schwangerschaftstest in der Hand und geht voller Freude zum ersten Ultraschall. Und plötzlich blubbern da zwei winzige Herzchen statt nur eines auf dem Bildschirm. Da treffen sich gleich sprachlos die Blicke von Mama und Papa. Und jedem schießen sicherlich unmittelbar viele Fragen durch den Kopf. Zwei Kinder mehr auf einen Schlag ist eben nicht die Normalität, sondern eine Seltenheit. Und für ein Paar kann die Aussicht auf gleich doppeltes Babyglück die sorgfältig abgewogene Lebensplanung gehörig auf den Kopf stellen.

Hat sich das erste Gefühlschaos gelichtet, geht es vermutlich an die Bestandsaufnahme. Ist das Auto groß genug für zwei (weitere) Kinder? Wird es mit Nachwuchs im Doppelpack auf Dauer gar zu eng in Haus oder Wohnung? Und können mehr erforderliche Anschaffungen als ursprünglich gedacht die Finanzen in eine Schieflage bringen?

Die guten Nachrichten in Sachen Finanzen vorneweg!
1. Zwillingseltern können profitieren beim Elterngeld, bei Kinderfreibeträgen, beim Kindergeld

Zwei Kinder mehr auf einmal machen sich natürlich positiv bemerkbar, wenn es um die Finanzen geht. Beim Elterngeld gibt es beispielsweise den sogenannten Mehrlingszuschlag, beim Kindergeld zählt die gleich um zwei gewachsene Kinderzahl. Sind hingegen – abhängig vom Einkommen – die Kinderfreibeträge günstiger, steigen auch diese entsprechend der Anzahl der Kinder.

2. Anschaffungen für Zwillinge sind nicht unbedingt (von Anfang an) in doppelter Ausführung notwendig!

Nicht alles, was man für ein Baby bräuchte, benötigt man für Zwillinge doppelt! Und alles, das man später irgendwann doppelt benötigen wird, braucht man nicht gleich am Anfang.

Spielzeug

Spielzeug zum Beispiel können Kinder sich in den ersten Lebensmonaten weitgehend teilen, beziehungsweise sich damit abwechseln. Abgesehen davon, dass Zwillinge immer einen Spielpartner an ihrer Seite haben, der oft viel interessanter ist als alle Bauklötze zusammen. Und so der Bedarf an Spielzeug gar nicht sooo groß sein dürfte.

Babykleidung

Haben beide Kinder dasselbe Geschlecht? Praktisch, denn dann braucht man auch keine doppelte Babyausstattung! Denn die Waschmaschine läuft garantiert oft. Und darum genügt es, mit der etwa anderthalbfachen Anzahl dessen zu kalkulieren, was man für ein Baby erstünde.

Bekommt man jedoch ein Zwillingspärchen? Dann sind es zumindest viele „Basics“ wie Bodys, Strampler in neutralen Farben, Langarmshirts und Söckchen, die diese beide tragen können.

Schlafplatz

Früher oder später braucht zudem natürlich jedes Kind sein eigenes Bett. Aber damit hat es wahrlich keine Eile. Viele Monate lang können sich die Kinder zunächst eine Wiege teilen. Und danach noch deutlich länger ein Bett. Keine Sorge! Sie werden dies vermutlich sehr gerne tun, sind sie schließlich an die Enge und die Nähe zueinander gewöhnt. Und schlafen sie dann irgendwann doch separat, braucht man nicht für jedes Bett drei Bettlaken und Bettwäschegarnituren. Jeweils vier von beidem für beide Kinder zusammen sollten gut ausreichen.

Für das leibliche Wohl

Sie möchten beide Babys stillen? Prima! Denn das ist prinzipiell selbstredend bei zwei Babys genauso möglich wie bei einem. Vermutlich werden die Kinder dazu im Krankenhaus zur Welt kommen? Und Sie werden die ersten Tage mit ihnen dort verbringen? Dann wird sich bis zur Heimfahrt zeigen, ob das Stillen gelingt.

Wenn nicht, kann der frisch gebackene Papa immer noch schnell zur nächsten Drogerie fahren. Und dort ein Sortiment aus Fläschchen und Babynahrung erstehen. Dies auf Vorrat zu kaufen, wenn Sie stillen möchten, ist also erst einmal nicht vonnöten!

Bedenken Sie immer, bevor Sie zu viel kaufen: Die Einkaufsmöglichkeiten sind heutzutage so vielfältig wie nie. Und fehlt tatsächlich einmal etwas, ist dies im „Notfall“ sicherlich schnell zu besorgen.

Und um welche Kosten für Zwillinge kommt man nicht drum herum?

Zwei Babyschalen zu tragen, ist auf Dauer alleine nicht zu handhaben. Auch für kleine Strecken wird man daher den Kinderwagen nutzen. Selbst für ansonsten kurze Fußwege.

Alternativen sind zwar Tragehilfen für Zwillinge. Erfahrungsgemäß ist das Anlegen aber eher umständlich und das Ganze ist eine sperrige Angelegenheit. Abgesehen davon, dass zwei Babys natürlich doppelt schnell an Gewicht zulegen und das Tragen bald eine Last ist.

Fazit: Ein Zwillingswagen ist quasi unverzichtbar. Aber mit etwas Glück kann man diesen zumindest gut gebraucht erstehen. Dabei sollte man auf wirklich gute Qualität achten! Denn das Gewicht, das man darin täglich schiebt und Bordsteinkanten hoch bugsiert, darf man nicht unterschätzen. Achten Sie bei einem gebrauchten Modell darauf, dass dies keine Verschleißerscheinungen an Bremsen und Achsen zeigt. Und überlegen Sie, welche Anforderungen Sie an den Kinderwagen haben. Soll er sich problemlos in den Kofferraum packen lassen? Soll er möglichst schmal sein, damit er problemlos in den Aufzug zur Wohnung passt? Und soll er später als Sportwagen dienen? Am besten informieren Sie sich vorab über Vor- und Nachteile einzelner Modelle und suchen dann gezielt nach ihrem gebrauchten Traumkinderwagen.

Auch in Sachen Kleidung ist das eine oder andere unverzichtbar. Jedes Kind braucht beispielsweise früher oder später eine Winterjacke, Handschuhe, Mütze und später stets gute Schuhe. Um nicht häufiger als nötig shoppen gehen zu müssen, lohnt es sich, auf hohe Qualität zu achten. Generell sollte bei Kinderkleidung zudem der Aspekt „Pflegeleichtigkeit“ Priorität genießen. Denn je schneller Hosen und Shirts wieder gewaschen im Schrank liegen, desto weniger braucht man. Wenn man sie nicht bügeln muss, noch besser!

Sind die Kinder größer und gehen auf den Spielplatz, in die Spielgruppe? Dann brauchen sie neben Matschhose und Gummistiefeln einen Rucksack, Brotdose, Trinkflasche und Co. . Solche Dinge eignen sich prima als Weihnachtsgeschenke oder Präsente zu besonderen Anlässen von Paten, Verwandten und Freunden.

Gut gebraucht gekauft ist sinnvoll gespart

Einmal oder zweimal kaufen ist die eine Frage. Die andere – und unterm Strich sicherlich viel wichtigere – ist: Muss wirklich alles ladenneu ins Haus kommen? Kauft man einen hochwertigen Zwillingswagen gebraucht, ist das Einsparpotential riesig. Und die Ersparnis gegenüber einem Neukauf genügt sicherlich fürs Ausstatten von zwei Kindern mit Kleidung für viele Monate.

Natürlich bedeutet aber gebraucht nicht immer gleich „gut“. Genau hinschauen sollte man schon. Am besten vor Ort auf dem Flohmarkt fühlen und riechen und ausprobieren. Und letztlich nur Dinge gebraucht erstehen, die man komplett waschen, reinigen, desinfizieren kann. Denn nur so hat man später ein gutes Gefühl, wenn sie mit den eigenen Babys in Kontakt kommen.

Problemlos sind da üblicherweise Kleidung und Textilien wie Bettwäsche, Bettdecken oder Krabbeldecken, die man in der Maschine waschen kann. Ebenso technisch noch einwandfreie Kinderwagen, bei denen man alle textilen Teile abnehmen und ebenfalls waschen kann.

Schwieriger ist hingegen alles, in das man nicht hineinschauen kann. Beispielsweise Matratzen, Fahrradhelme oder Badewannenspielzeug, Babyschalen oder Kindersitze. Denn Kunststoffe können altern. Helme, Babyschalen oder Kindersitze können bereits unfallgeschädigt sein. Hat man einen vertrauten Verkäufer aus der Familie oder Nachbarschaft, spricht aber auch dabei nichts gegen einen Gebrauchtkauf.

Bildquelle: © unsplash.com/ Jens Johnsson

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