Wenn der Nachwuchs in der Küche „zaubern“ möchte: Einige Regeln und eine wichtige Frage

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Was Kinder antworten, wenn man sie fragt, was sie mal werden wollen? Nicht selten ganz einfach: Groß! Und das natürlich mit allem, was dazu gehört. Sie wollen Verantwortung übernehmen. Das machen, was Eltern und ältere Geschwister schon längst können und dürfen. Sie wollen, dass man ihnen etwas zutraut und „richtig“ mitarbeiten.

Und so schaufeln sie im Winter eifrig Schnee, stellen tatkräftig ihre Fähigkeiten als Nachwuchs-Gärtner und Mini-Handwerker unter Beweis. Und manch ein Kind möchte gar schon in jungen Jahren gelegentlich das Ruder in Küche übernehmen. Vielleicht angekündigt zu einem besonderen Anlass – der Geburtstag von Mama oder Papa oder dem Hochzeitstag der Eltern. Vielleicht, um jemandem nach einem langen Arbeitstag zu überraschen, der sich dann an den gedeckten Tisch setzen darf.

Im letzteren Fall erwartet Eltern hoffentlich eine positive Überraschung! Und kein böses Erwachen, nachdem Kinder sich alleine in der Küche ans Werk gemacht haben. Doch selbst, wenn die Küche nicht mehr blitzsauber und der Spinat sehr großzügig gesalzen ist, hat der Nachwuchs Anerkennung verdient. Für seine viele Mühe und seine schöne Idee. Und fürs Ins-Zeug-legen beim Schnippeln und Schälen und Decken des Tischs.

Mit etwas Glück fragen Kinder jedoch, bevor sie sich ins „Abenteuer Kochen“ stürzen. Und das ist der ideale Zeitpunkt, eine wichtige Frage zu klären und einige Regeln aufzustellen.

Ab welchem Alter können/dürfen/sollen Kinder überhaupt alleine kochen?

Dies ist eine Frage, die man „natürlich“ nicht pauschal beantworten kann. Ganz einfach, weil sie von unzähligen Faktoren abhängt. Wie verantwortungsbewusst, selbstsicher, umsichtig, selbstständig ist das Kind? Und wie groß ist sein bereits gewonnener Erfahrungsschatz in Sachen Küchendingen?

Alles Fragen, bei denen das Alter im Grunde zweitrangig ist. Schließlich gibt es manchen 10-jährigen, der von klein auf immer neugierig das Geschehen in der Küche beobachtete. Der gerne und lernwillig dabei tatkräftig mit anfasste. Der sämtliche Gemüse aus dem eigenen Garten kennt und weiß, wie man diese zubereitet. Und ein solcher kann durchaus einem 16-jährigen locker überlegen sein, der plötzlich einfach mal kochen möchte. Weil Kochen gerade angesagt ist. Oder weil er es Leid ist, allein zu Haus nichts außer Spiegelei, Pfannkuchen und Tiefkühlpizza zustande zu bringen.

Entscheiden Sie als Eltern mit Herz und Verstand, wann Ihr Kind mit dem Gemüsemesser hantieren kann. Wann es am heißen Herd werkeln und selbst die Temperatur am Backofen einstellen darf. Denn das Bauchgefühl dabei sollte stets bei allen Beteiligten stimmen. Und die Sorge vor Kochpannen nicht von vornherein den Appetit verderben.

Und nun zu den Regeln.

Regel Nummer 1: Erst einen Plan machen, dann loslegen!

Kinder probieren womöglich etwas Leckeres im Restaurant oder bei Freunden. Und meinen gleich: „So schwer kann das ja nicht sein, dass ich es nicht auch hinbekommen kann!“. Die Ernüchterung wird da jedoch bald folgen. Und Kinder merken, dass das, was so einfach bei anderen aussieht, gar nicht so einfach ist.

Allemal besser, als aufs Geratewohl eine Vorstellung umsetzen zu wollen, ist daher: Ins Kochbuch schauen! Oder wahlweise ins Internet oder in eine App. Und Rezepte dort nicht nur nur hinsichtlich der benötigten Zutaten zu überfliegen! Sondern sie in allen Schritten bis zum Ende gründlich zu lesen. Denn Kochen erfordert in jedem Alter einen Plan. Es bedeutet, vorab zu schauen, ob alle Zutaten im Haus sind. Womöglich, das eine oder andere einkaufen zu gehen. Und sich im Vorfeld über Reihenfolge, Dauer und Schwierigkeit einzelner Arbeitsschritte im Klaren zu sein.

Eine perfekte Basis für kochwütige Kinder stellen dazu schöne Kochbücher speziell für die entsprechende Altersgruppe dar. Tolle Werke, die Grundlagen vermitteln und Schritt-für-Schritt-Anleitungen einfacher Gerichte bieten, findet man im gut sortierten Buchhandel.

Regel Nummer 2: Wer Speisen zubereitet, achtet auf Sauberkeit!

Vor dem Kochen und zwischendurch heißt es, gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Schließlich muss man aus allerlei guten Gründen Hygiene in der Küche walten lassen. Heißt beispielsweise: Auch wenn der Salat sauber aussieht, wäscht man ihn dennoch sorgfältig. Und abschmecken mit immer demselben Löffel mag in Ordnung gehen, solange man nur für sich alleine kocht. Sobald man Speisen für andere zubereitet, sollte man andere Lösungen wählen.

Regel Nummer 3: Nur wer sich an alle Abmachungen hält, darf alleine kochen!

Gehen die eigenen Kinder in der Küche zu Werke? Dann möchte und muss man sicher sein, dass diese Verletzungsgefahren kennen und sich diesen nicht aussetzen. Manche, die beim Kochen lauern, sind dabei für Kinder gar nicht ersichtlich. Schließlich sieht es immer so einfach und harmlos aus, wenn Mama oder Papa die Nudeln abschütten. Oder den heißen Auflauf elegant aus dem Ofen bugsieren.

Verbrennungsgefahr ist jedoch latent gegeben, wo heißes Wasser, Fett und der Backofen zur Zubereitung gehören. Sie ist jedoch nicht die einzige Gefahr. Und daher muss dem Kindes klar sein, was ihm erlaubt und was für es tabu ist. Welche Messer es beispielsweise benutzen darf.

Für (elektrische) Geräte wie Herd, Mikrowelle, Pürierstab oder Handrührgerät gilt: Benutzung nur, wenn der Nachwuchs deren Umgang sicher beherrscht. Und seine Fähigkeiten diesbezüglich schon mindestens einmal beim Kochen mit Mama oder Papa unter Beweis gestellt hat.

Zudem gilt es, sorgsam mit Küchenhelfern umzugehen. Stellt das Kind unbedarft die Plastikschüssel in die Mikrowelle oder in den Backofen? Hantiert es mit der Metallgabel in der empfindlichen Pfanne oder der beschichteten Backform? Dann ist dies einfach ärgerlich!

Regel Nummer 4: Wer Fragen hat, fragt sofort!

Selbst das am besten vorbereitete Kind kann beim Kochen an seine Grenzen stoßen. Dann ist schnell kompetenter Rat gefragt. Und es kann zulange dauern, auf die Recherche im Internet oder die Nachfrage bei koch-erfahrenen Freunden zu setzen. Wenn die Soße Klümpchen zeigt oder es angebrannt riecht, sollten Eltern in der Nähe sein und schnell eingreifen dürfen. Zu schade ist es nämlich, wenn Speisen ungenießbar werden. Lebensmittel sollte man schließlich immer mit höchster Umsicht behandeln und möglichst niemals wegwerfen müssen.

Regel Nummer 5: Wer kocht, räumt auf!

Eltern mögen sich freuen, wenn sie sich an einen gedeckten Tisch setzen und ein liebevoll zubereitetes Mahl genießen dürfen. Die Freude wird aber schnell dahin sein, wenn sie danach die Küche einer Grundreinigung unterziehen müssen.

Gut daher, wenn Kinder wissen: Aufräumen? Das erledigt man am besten schon während des Kochens! Öl in der Pfanne? Ölflasche zurückstellen! Soßenpulver ins heiße Wasser eingerührt? Die leere Tüte gleich entsorgen! Und wer Kleckse auf der Arbeitsplatte sofort entfernt, spart später viel Arbeit beim Putzen.

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