„Nein, das ess‘ ich nicht!“ – Was tun, wenn es am Familientisch nie allen recht zu machen ist?

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Wer in der Familie die wichtige Aufgabe hat, regelmäßig für Frühstück und warme Mahlzeiten zum Mittag- oder Abendessen zu sorgen, ist nicht selten Kummer gewohnt.
Mit Liebe vorbereitet, gekocht und serviert stoßen manche Gerichte nicht auf die erhoffte Gegenliebe. Und je mehr Familienmitglieder am Tisch sitzen, desto höher das Risiko, dass ein langes Gesicht darunter ist beim Anblick von Gemüse, Fleisch, Beilagen und Co. .

Ein Patentrezept dagegen gibt es sicher nicht, um es allen recht zu machen.
An dieser Stelle wie so häufig statt dessen „nur“ einige Tipps und Erfahrungen aus Elternsicht:

Gemeinsam besprechen, gemeinsam einkaufen, gemeinsam kochen
Zugegeben: Das klingt sehr ambitioniert und ist im Alltag zweifelsohne nicht immer und wohl kaum regelmäßig umzusetzen.
Aber: Einen Versuch ist es wert! Vielleicht in der Ferienzeit?
Oft resultiert die Abneigung für ein Gericht vielleicht nur daraus, dass das Kind aktuell nicht so einen Appetit auf dieses oder jenes hat, obwohl es sonst gerne auf dem Tisch gesehen wurde. Vielleicht hat es auch das Gefühl, dass häufiger die Geschwister zum Zuge kommen, wenn es um deren Lieblingsspeisen geht, und es selbst fühlt sich übergangen?
Wer mitentscheiden darf, auch mal in Form von Kompromissen, wer selbst die Paprika aussuchen darf, die ihn am meisten anlacht, und sie für sein persönliches Empfinden gerade richtig große Stücke schneiden darf, dem schmeckt es vielleicht gleich viel besser?

Auf der sicheren Seite
Wer das Beste für sein Kind will und es gesund aufwachsen lassen möchte, wird viel Wert legen auf eine gesunde, vitaminreiche, abwechslungsreiche Kost.
Oft sind es eben aber die Gerichte, die in dieser Hinsicht nur bedingt punkten können, die bei Kindern ganz hoch im Kurs stehen.
Nicht nur um des lieben Friedens und der eigenen Nerven willen am Familientisch, sondern auch, um den Kindern einfach hin und wieder eine Freude zu machen, sollten auch mal Bratwurst und Pommes, Pfannkuchen mit Schokocreme und Pizza Salami auf dem Speiseplan stehen dürfen, wenn dies nun einmal die Favoriten sind, von denen garantiert keine Reste auf den Tellern bleiben.

Notieren, was gut ankam
Das Leben steckt voller (schöner) Überraschungen! Das gilt natürlich auch in der Küche.
Wer gerne in Kochbüchern schmökert, sich von Kochsendungen im Fernsehen inspirieren lässt und gerne mit neuen Zutaten experimentiert, landet sicherlich die eine oder andere unverhoffte Punktlandung. Da schmeckt es plötzlich allen ganz prima und statt vieler Reste gibt es nach dem Essen großes Lob.
Wie schade, wenn im Familientrubel so ein „Erfolgsrezept“ verloren ginge!
Schnell angelegt und mit wenig Aufwand immer um Neues erwartet ist ein Ordner, in dem gelungene Rezepte aufgeschrieben oder ausgeschnitten und eingeklebt oder ausgedruckt einen festen Platz finden.

Gemüse schmackhaft machen…
Im Gegensatz zu Obst, das schön bunt und süß ist, hat Gemüse oft einen schlechten Stand und ist mit allerlei Vorurteilen behaftet: Die Zucchini zu bitter, die Möhren zu hart, der Kohl zu faserig, die Gurke zu langweilig, der Salat sandig, die Bohnen zu fad?
Wer einmal schlechte Erfahrungen mit einem Gemüse gemacht hat, bleibt lange skeptisch, bevor ein zweiter Versuch gewagt wird.
Wenn möglich, kann es einen Versuch wert sein, Gemüse aus eigenem Anbau auf den Tisch zu bringen. Was monatelang gegossen, gehegt und gepflegt wurde, mit dem man sich beschäftigt hat, um alles richtig zu machen und bei dem man mit Wonne fast täglich einen kleinen Zuwachs feststellen konnte, wird vielleicht zwar nur schweren Herzens gegessen, wenn die Erntezeit gekommen ist, aber fremd und damit „suspekt“ ist das Gemüse ganz sicher nicht mehr.
Ideal – weil farbenfroh, pflegeleicht, nahezu „gelingsicher,“ schnell wachsend und nicht zu „exotisch“ für Kindergaumen – schon für kleine Gärtner: Tomaten, Paprika, Zucchini, als Jungpflanzen im Frühling gekauft oder zeitig im Jahr aus Samen gezogen.

…aber bitte nichts verstecken!
Ist der eigene Anbau nicht möglich, bewährt es sich erfahrungsgemäß, gekaufte Gemüsesorten einzeln auf dem Teller zu präsentieren, anstatt in bunter Mischung in einem Eintopf, der erst recht dazu einlädt, herumzustochern, um der Art jedes Kräuter- und Gemüsefitzelchens auf die Spur zu kommen.
Bei kleinen Kindern mag es auch vielleicht sogar noch gelingen, Gemüse in Suppe, Püree oder anderweitig zu „verstecken“ oder in kindgerecht, lustig ausgestochener Form an Junge oder Mädchen zu bringen.
Ältere erkennen solche Tricks jedoch sofort, lassen sich nicht gerne aufs Glatteis führen, beweisen wenig Humor für solche „Untermogel“-Versuche und werden künftig alles auf dem Teller noch genauer unter die Lupe nehmen.

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